Igor Rosenblum

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Fremdwasser als „unerwünschter Abfluss in einem Entwässerungssystem“ (DIN EN 752)

Fakten:

  • Trotz ausnahmslosem Trennsystem gibt es ca. 20 % Fremdwasser bei Trockenwetter und ca. 25 % bei Regenwetter im Zulauf der Kläranlage. 

Ursachen:

  • Undichtigkeiten im öffentlichen und privaten Entwässerungssystem (Risse, Scherben, undichte Muffen) und als Folge eindringendes Grundwasser (siehe Bild):
Fremdwasser
  • Fehlanschlüsse von Regenfallleitungen, Hofentwässerungsleitungen
  • Unerlaubt eingeleitetes Dränagewasser

Negative Auswirkungen und Folgen:

  • Dimensionierung der Schmutzkanalisation ist zu gering und daher entstehen Überlastungen, Flächen-Überflutungen und als Folge Kellervernässungen
  • Betrieb und Funktion der Schmutzkanäle beeinträchtigt
  • Absenken des Grundwasserspiegels durch Grundwasser-Infiltration und als Folge Schäden an der Bebauung und Bewuchs
  • Einspülung von Boden durch Grundwasser-Infiltration und als Folge Hohlraumbildung und mögliche Absackung / Setzung der Oberflächenbefestigung
  • Probleme an der Kläranlage und an den Pumpwerken durch höhere Belastung und als Folge erhöhter Unterhaltungs- und Kostenaufwand
  • Erhöhung der Abwassergebühren
  • Entlastungen bei extremen Regenereignissen in Gewässer und als Folge Umweltverschmutzung

Ermittlung, Ortung

  • Durchfluss- und Niederschlagsmessung zur Lokalisierung der Fremdwasserschwergebiete
  • Nebeluntersuchung zur Lokalisierung der Fehlanschlüsse (siehe Bild):
Nebeluntersuchung
  • Fernauge- bzw. TV-Untersuchung zur Lokalisierung der Undichtigkeiten im Kanal

Maßnahmen

  • Fortlaufenden TV-Untersuchungen aller Schmutzwasserkanäle
  • Sanierung der Kanäle hinsichtlich Fremdwasser
  • Signalnebeluntersuchung der Schmutzwasserkanalisation hinsichtlich Fehlanschlüsse
  • Abstellen der Fehlanschlüsse
  • Untersuchung und ggf. Sanierung der Grundstücksentwässerungsanlagen als mögliche Fremdwasserquelle wird ausdrücklich empfohlen